Freiheit durch Arbeitslosigkeit
Im allgemeinen Mainstream wird Arbeitslosigkeit und freier Fall in Hartz IV mit gesellschaftlicher Ächtung und sozialem Abseits gesehen. Das ist das Schreckgespenst, das meist unerwartet zuschlägt und die Opfer in ein tiefes seelisches Loch kaserniert. Aber ist das wirklich so? Ein Blick hinter die Fassaden unserer schönen Scheingesellschaft scheint notwendig, um von den Mächtigen tot geschwiegene Veränderungen der gesellschaftlichen Entwicklung auch in der allgemeinen Arbeitswelt zu entdecken. Das Modell abhängige bezahlte Vollzeitbeschäftigung ist ein Auslaufmodell. Und bezahlte Arbeit für alle, sprich Vollbeschäftigung, gab es noch nie in unserem Lande, nicht mal nach dem zweiten Weltkrieg in den Zeiten des deutschen Wirtschaftswunders. Marktwirtschaft und Vollbeschäftigung passen einfach nicht zusammen. Das kann Politik natürlich nicht zugeben, also wird fleißig weiter verbreitet: „ Wir wollen Arbeit für alle schaffen.“ Die Arbeitsmarktzahlen sprechen eine eindeutige Sprache, sie sind seit Jahren rückläufig. Jeder merkt die einen oder anderen Symptome am eigenen Arbeitsplatz oder in der Firma. Niemand will wahrhaben, dass der Mensch sich mit der Industrialisierung vor 200 Jahren und heutigen Globalisierung die Sicherung der Existenz, der bezahlte Arbeitsplatz, überflüssig macht. Wer zum Umdenken bereit ist, für den ist Arbeitslosigkeit kein schleichender Tod. Auch Hartz IV wird ihn nicht in die viel beschworene gesellschaftliche und soziale Isolation treiben. Derjenige wird ein Stück Freiheit in seinem Leben dazu gewinnen, Freiheit nach innen zu schauen um sich selbst neu zu entdecken, die eigenen Resourcen aktivieren und nutzen und seinem Leben eine neue Qualität geben. Manch einer wird sagen; er wäre noch nie so frei gewesen im Leben wie jetzt!
eingetragen am 21.11.2007 von Petra Scheuschner