Berufsunfähigkeitsversicherung light
Die Anbieter von Berufsunfähigkeitsversicherungen werden zunehmend kreativ. Damit wollen sie denen entgegenkommen, die es schwer haben, eine "normale" Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen.
Die Stiftung Warentest hat sich die Angebote einiger Versicherungen, die eine Police gegen die Folgen von Berufsunfähigkeit anbieten, genauer angeschaut. Beispielsweise bietet die Aspecta Versicherung einen Schutz, der sich vor allem an körperlich Arbeitende richtet. Unter dem Namen "Individual.bu" kann der Versicherte im Falle von Berufsunfähigkeit dadurch das Recht erwerben, für drei Jahre Rente zu beziehen. Und dann? Anschließend wird nur weiter gezahlt, wenn eine Erwerbsunfähigkeit vorliegt.
Kein vollständiger Schutz gegen Folgen von Berufsunfähigkeit
Der Begriff erwerbsunfähig ist hierbei genau definiert: Der Versicherte darf keine Beschäftigung - egal welcher Art - für mehr als zwei Stunden täglich ausführen können. Die Hürden für eine Rente über den Zeitraum von drei Jahren hinaus liegen damit recht hoch. Denn selbst der abgestürzte Dachdecker, der eine Querschnittslähmung davon trägt, kann unter Umständen noch am PC oder am Telefon arbeiten. Das sollte jeder bedenken, der sich auf einen solchen Vertrag einlässt. Immerhin: Die Absicherung ist besser als in der gesetzlichen Rentenversicherung durch die Erwerbsminderungsrente, aber mit einem vollständigen Schutz gegen die Folgen von Berufsunfähigkeit hat der Vertrag letztlich nichts zu tun.
Basisvariante der Berufsunfähigkeitsversicherung als Notlösung geeignet
Laut Stiftung Warentest, die sich auf Auskünfte der Versicherung beruft, müsste ein 25-jähriger Dachdecker für den so genannten Basisschutz der Aspecta einen Beitrag von 680 Euro im Jahr bezahlen. Das entspricht einem monatlichen Beitrag von über 50 Euro. Bedenkt man die Wahrscheinlichkeit einer zeitlichen Befristung der Rente, dann sollte der Abschluss gut überlegt sein. Da allerdings viele - vor allem ältere - Handwerker keinen vollständigen Schutz gegen Berufsunfähigkeit mehr erhalten, dürfte die Basisvariante der "Individual-bu" zumindest als Notlösung geeignet sein.
eingetragen am 22.11.2007 von Tina Gase