Geschichte des Dirndl

Das Dirndl kann man auch als Traditionskleid bezeichnen. Ursprünglich wurde es von arbeitenden Frauen getragen, die im Dienste eines höheren Herrn standen. Daher kommt auch der Name Dirndl, abgeleitet von der 'dirn', dem Mädchen. Das Dirndl war also das Kleid des Mädchens. Es musste sowohl für die Arbeit im Stall taugen als auch strapazierfähig genug sein, um dem Mädchen auch draußen zu dienen. Daher wurden für die Verarbeitung auch meistens einfache Stoffe aus Baumwolle oder Leinen verwendet. Überwiegend waren die historischen Dirndl auch einfarbig und meistens ohne besondere Applikationen oder Muster verziert. Das Dirndl bestand damals aus einem engen miderartigen Oberteil und einer Bluse. Außerdem trug Frau dazu einen weiten Rock und eine Schürze. Um die Jahre zwischen 1870 und 1880 trugen dann auch Adlige und Großbürger Trachten - die Männer eine Lederhose, die Frauen ein Dirndl. Inspiriert wurde diese Modeentdeckung in höheren Kreisen durch Kaiser Franz Joseph, der als großes Vorbild wirkte in Sachen Tragen der Lederhosen und Tracht. Ab dieser Zeit wurden dann auch besondere Muster, Farben, Applikationen oder spezielle Trachtenelemente mit in die Herstellung eines Dirndls integriert. So wurde das Dirndl auch modisch um ein vielfaches aufgewertet und die Frauen trugen es mit einem gewissen Stolz.

In den letzten Jahren wurde das Dirndl dann ganz neu wiederentdeckt und hat mittlerweile einen regelrechten Kultstatus erreicht. Diese Wiederentdeckung des Dirndls haben wir vor allem Veranstaltungen wie dem Oktoberfest oder auch dem Cannstatter Wasen zu verdanken. Getragen wird das Dirndl zu solchen Anlässen aber natürlich nicht mehr als Arbeitskleid sondern eher als Zeichen des nationalen Stolzes bzw. der Dazugehörigkeit. Außerdem kleiden sich auch viele Frauen einfach nur deshalb mit einem Dirndl, weil sie es schön finden. Wurde das Dirndl noch vor einigen Jahren vor allem von Frauen mittleren Alters getragen, so geht heute der Trend immer mehr dahin, dass auch viele Jugendliche in Gesellschaft Gleichgesinnter gerne eine Tracht tragen und dieses Outfit bei einer Fahrt zum Münchner Oktoberfest schon ein regelrechtes Muss ist, wenn man dazugehören möchte. Dabei muss man natürlich auch sagen, dass man für den Kauf eines Dirndls schon recht tief in die Taschen greifen muss, denn billig sind diese ehemaligen Arbeitskleider nicht gerade.